13/08/2018

Langfinger sind verunsichert

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KfW vergibt günstige Kredite oder Zuschüsse um in Einbruchschutz zu investieren. Auch der Fiskus hilft.

Sicherheit kostet Geld: Wer seine Haus- oder Wohnungstür einbruchsicher machen möchte, muss bis zu 600 Euro dafür investieren. Sollen zusätzlich auch noch alle Fenster einer Wohnung gesichert werden, können schon mal bis zu 5.000 Euro fällig werden, so das LKA Baden-Württemberg. Vor so hohen Kosten schrecken manche Eigentümer jedoch zurück. Zu Unrecht, denn die erste Frage muss lauten, wie viel mir meine Intimsphäre wert ist. Eine schlichte Kosten-Nutzen-Rechnung ist hier nicht zielführend. Einbrecher stehlen den Betroffenen die Sicherheit – die ist mit Geld nicht wieder herstellbar.

Eigentümer müssen Maßnahmen zum Einbruchschutz aber nicht komplett alleine finanzieren, denn es gibt Förderungsmöglichkeiten. Erste Anlaufstelle dafür ist die Förderbank KfW. Sie bietet unter anderem einen Kredit in Höhe von max. 50.000 Euro für alle, die einbruchsichernd umbauen oder umgebauten Wohnraum kaufen. Der Zinssatz beginnt für solche Vorhaben bei 0,75 %.

Bei den Zuschüssen hat die KfW eine Staffelung vorgesehen: Für Investitionen bis zu 1.000 Euro gibt es einen Zuschuss in Höhe von 20 %. Darüber hinaus ist der Finanzierungsanteil bis maximal 1.600 Euro bei 10 % geblieben.

Bereits mit kleinen Maßnahmen können Einbruchsversuche erheblich erschwert werden. Voraussetzungen bei den beiden Förderarten ist, das die Anträge vor Beginn des Vorhabens erstellt werden und nicht erst, wenn die Handwerker schon im Haus sind.

Nach Auskunft einer KfW-Sprecherin lag der durchschnittliche Zuschussbetrag 2017 bei 550 Euro. Insgesamt genehmigte die Förderbank im vergangenen Jahr rund 65.100 Anträge auf einen Zuschuss sowie 508 Anträge auf einen Kredit.

Eine andere Möglichkeit, die Finanzierung leichter zu machen, ist eine Steuererleichterung. Kosten beispielsweise für die Installation einer Gegensprechanlage, den Einbau eines Mehrfachverriegelungssystems oder die Montage einer Videoüberwachung können zumindest teilweise steuerlich geltend gemacht werden, erklärt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH).
Jährlich dürfen allerdings nur maximal 1.200 Euro als Handwerkerleistungen geltend gemacht werden. Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Deshalb sollten die verschiedenen Kostenarten in der Rechnung der Handwerker unbedingt getrennt ausgewiesen werden, rät die VLH. Barzahlungen gegen Quittung akzeptiert das Finanzamt übrigens nicht. Wichtig: Wer eine KfW-Förderung bekommen hat, kann die steuerliche Förderung nicht zusätzlich in Anspruch nehmen. Der Gesetzgeber will so eine Doppelförderung verhindern.

Neben KfW und Steuerbehörden gibt es in einigen Bundesländern zusätzliche Angebote. Nordrhein-Westfalen zum Beispiel vergibt zinsgünstige Kredite bis maximal 25.000 Euro pro Wohneinheit. Auf die Höhe der Prämie für die Hausratversicherung wirken sich diese Maßnahmen aber in der Regel nicht aus. Die Chance, nach der Anschaffung eines Sicherungssystems eine günstigere Police zu erhalten, sieht eine Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als eher gering an: „Grundsätzlich entfällt nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Gesamtprämie für die Hausratversicherung auf das Risiko Einbruch“, heißt es zur Begründung. Die Höhe der Versicherungsbeiträge liege aber in der Verantwortung der einzelnen Unternehmen.

Prinzipiell können die Aufwendungen für eine Hausratversicherung nicht steuerlich geltend gemacht werden. Diese wertet der Staat nämlich als Sachversicherung, die nicht ausschließlich der Vorsorge dient. Eine Ausnahme ist, wenn sich im Privathaushalt ein beruflich genutztes Arbeitszimmer befindet. Die Ausgaben für die Hausratversicherung lassen sich dann unter Umständen anteilig als Werbungskosten absetzen.

Wichtig:
Wer eine Maßnahme plant, sollte Förderanträge unbedingt vorab bei der Kfw einreichen!

 

Quelle: dpa